Werden Tierarztbesuche für Pferde bald noch teurer?
Die Gebührenordnung für Tierärzte wird 2026 überprüft. Was feststeht, was offen ist und was das für deine nächste Rechnung bedeutet.
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Was gerade passiert
Seit dem 22. November 2022 gilt eine neue Gebührenordnung für Tierärzte, kurz GOT. Sie wurde zum ersten Mal seit 1999 umfassend überarbeitet. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium sind die Gebührensätze dabei in der Mehrzahl der Fälle um circa 22 Prozent gestiegen.
2026 wird diese Gebührenordnung jetzt überprüft. Die Ergebnisse erwartet das Ministerium für Ende 2026. Eine weitere Erhöhung ist noch nicht beschlossen. Die Bundestierärztekammer fordert aber, die Gebühren künftig regelmäßig anzupassen, idealerweise jedes Jahr.
Was dabei herauskommt, ist offen. Fest steht nur: Schon heute ist ein Tierarztbesuch mit Pferd kein kleiner Posten.
So rechnet dein Tierarzt ab
Die GOT legt für jede Leistung einen festen Grundbetrag fest. Je nach Aufwand und Schwierigkeit darf der Tierarzt in der Regel das Einfache bis Dreifache davon berechnen. Im Notdienst, also nachts, am Wochenende und an Feiertagen, gilt der zwei- bis vierfache Satz. Dazu kommt meist eine Notdienstgebühr von 50 Euro. Alle Beträge sind netto, die Umsatzsteuer kommt noch obendrauf.
Ein Beispiel aus der Gebührenordnung:
Allgemeine Untersuchung mit Beratung beim Pferd
Laut Gebührenordnung für Tierärzte (GOT Nr. 4), netto, zzgl. Umsatzsteuer| Gebührensatz | Betrag |
|---|---|
| Einfacher Satz | 30,78 € |
| Zweifacher Satz | 61,56 € |
| Dreifacher Satz | 92,34 € |
- Im Notdienst (nachts, am Wochenende, an Feiertagen): zwei- bis vierfacher Satz, meist plus 50 € Notdienstgebühr
- Röntgen, Ultraschall, Labor, Medikamente und Anfahrt kommen dazu
Quelle: GOT, in Kraft seit 22.11.2022, Anlage Nr. 4 und § 4
Und das ist nur die Untersuchung. Röntgen, Ultraschall, Medikamente und die Anfahrt stehen extra auf der Rechnung.
Richtig teuer wird es bei einer Operation
Muss dein Pferd operiert werden, geht es schnell um vier- oder fünfstellige Beträge. Die R+V Versicherung nennt diese Richtwerte:
- Kolik-Operation
- 8.000 – 12.000 €
- Arthroskopie (Gelenkspiegelung)
- 5.000 – 10.000 €
- Zahn- und Kieferoperation
- 1.500 – 6.000 €
Wie du dich vorbereiten kannst
Nicht jeder kann oder möchte mehrere Tausend Euro dauerhaft als Rücklage bereithalten. Eine Möglichkeit, das Risiko planbar zu machen, ist eine Versicherung für dein Pferd. Dabei gibt es zwei Grundformen:
OP-Versicherung
Zahlt vor allem, wenn dein Pferd operiert werden muss: der Eingriff, die Narkose und je nach Tarif Klinikaufenthalt und Nachsorge.
Passt, wenn du dich vor allem gegen die großen, plötzlichen Rechnungen absichern willst.
Krankenversicherung
Zahlt je nach Tarif zusätzlich ambulante Behandlungen, Diagnostik wie Röntgen und Ultraschall und Medikamente.
Passt, wenn du auch die laufenden Tierarztkosten planbar machen willst.
Was genau bezahlt wird, hängt immer vom Tarif und den Versicherungsbedingungen ab.
Welcher Schutz passt zu deinem Pferd?
Beiträge, Selbstbeteiligung, Erstattungssätze, Altersgrenzen und Wartezeiten unterscheiden sich von Tarif zu Tarif deutlich. Mit 5 kurzen Fragen findest du heraus, was für dein Pferd infrage kommt. Danach meldet sich ein Spezialist für Pferdeversicherungen bei dir und vergleicht die Tarife, kostenlos und unverbindlich.
